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Kyffhäuser Emblem

Geschichte

Das Emblem

Das Emblem des Kyffhäuserbundes zeigt die Silhuette des Kyffhäuserdenkmals und darunter das Eiserne Kreuz. Die Jahreszahl 1786 bezieht sich auf das Gründungsjahr der Wangeriener Kameradschaft, der Keimzelle des Kyffhäuserbundes. Der Bau des Kyffhäuser-Denkmals und die Entstehung des Kyffhäuserbundes

1786
Todesjahr Friedrich des Großen:
Ehemalige Soldaten (Veteranen) gründen mit Genehmigung des preußischen Königs eine militärische Schützenbruderschaft in Wangerien/Pommern. Dies gilt als die Keimzelle des Kyffhäuserbundes.

Die Grundsätze und Statuten behielten ihre Geltung dem Sinne nach bis heute.

1813
Völkerschlacht bei Leipzig, Napoleon I unterliegt. 1815 wird Napoleon endgültig bei Waterloo besiegt, Europa wird neu geordnet.

1840
Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Preußen.

Das Kriegervereinswesen entwickelte sich Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer beachtenswerten Gruppe. Mitglied eines Kriegervereins konnte nur werden, wer ehemaliger Frontsoldat war.

Allen Vereinen war der wichtigste gemeinsame Zweck:
materiell: Unterstützung der Veteranen und ihrer Angehörigen.
ideell: ihrem Kampf an der Front einen Sinn geben, und die soldatischen Werte auch im Frieden pflegen.

1842
Durch Kabinettsordre werden die Kriegervereine Preußens amtlich anerkannt.

1870
Beginn des Deutsch-Französischen Krieges, der in Deutschland auch „Einigungskrieg“ genannt wird.

Nach den Einigungskriegen nahmen viele Kriegervereine nun jeden Deutschen auf, der seine Dienstzeit in Ehren absolviert hatte, auch wenn er nicht an der Front gekämpft hatte.

Die Veteranen der Einigungskriege waren Patrioten, die auf die kleindeutsche, preußisch geprägte Lösung ausgerichtet waren. Die Sozialdemokratie wurde abgelehnt, weil sie die Struktur der am obersten Kriegsherr ausgerichteten Armee ablehnte.

1871
Der Wunsch der Krieger von 1870/71 erfüllte sich, als am 18. Januar 1871
Kaiser Friedrich Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles zum deutschen Kaiser ausgerufen wurde, die Geburtsstunde des zweiten Deutschen Kaiserreiches.

1872
Bereits 1871 gab Kaiser Wilhelm I. die Anregung, die deutschen Kriegervereine zu einigen und damit vor allem ihre soziale Arbeit zu bündeln und zu stärken.

Aber nur 40 Vereine schlossen sich 1872 zum deutschen Kriegerbund zusammen. Die erhoffte Ausweitung auf die überwiegende Mehrzahl der nicht dem Bund angeschlossenen Kriegervereine gelang es nicht, statt dessen entstanden eigene, bundesstaatlich begrenzte Landesverbände, die der Idee, einen Reichskriegerverband zu schaffen, erbittert Widerstand leisteten.

Dr. Alfred Westphal, der erste Schriftführer des Deutschen Kriegerverbundes, erkannte, dass nur ein gemeinsames Projekt, eine gemeinsame Idee das Trennende besiegen konnte:
der Bau des Kyffhäuser-Denkmals auf dem Kyffhäuser-Berg.

Das Denkmal verkörperte die zu Stein gewordene Idee eines reichsweiten Kriegerbundes. Als es eingeweiht wurde, waren auch die auseinander strebenden Kräfte der Landesverbände geeint.

1888
Am 9. März 1888 starb Kaiser Wilhelm I. Wenige Tage darauf wurde vom 1. Schriftführer im Deutschen Kriegerbund, Geheimrat Westphal, der Antrag gestellt, dem Verstorbenen ein Denkmal zu bauen. Westphal schlug vor, dieses Denkmal auf dem Kyffhäuser zu errichten.

Er apellierte damit an jene im deutschen Volk geisternde Sage, nach der Rotbart, der alte Kaiser Friedrich, im Kyffhäuser schlummerte, bis ihm die Raben die Kunde brächten von der wiedererlangten deutschen Einigkeit. Unter Wilhelm I. war das neue Deutsche Reich gegründet worden; der Weißbart hatte, so deutete Westphal, den Rotbart erlöst.
Kurz und bündig fasste Westphal seine Ansicht zusammen:
“Der lebende Kaiser hat die deutschen Kriegerverbände nicht vereinigen können – vielleicht vermag es die Pflicht der Pietät gegen den Toten“

Der Antrag Westphals wurde angenommen. Man setzte einen Bauausschuß ein.

1889
Preisausschreiben für das Denkmal.

15. August 1890
Baubeginn des Denkmals.

1892
Gründung des ständigen Bauausschusses der vereinten deutschen Kriegerverbände für die Verwaltung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kyffhäuser. Am 10. Mai war Grundsteinlegung am Kyffhäuser-Denkmal.

18. Juni 1896
Einweihung des Kyffhäuserdenkmals

1900
Der preußische Kriegerlandesverband vertrat sich selbständig im Bauausschuss. Aber auch die anderen Bundesstaatlichen Vereine wollten vertreten sein, und so kam es 1900 zur Umbenennung des Bauausschusses in Kyffhäuserbund der deutschen Kriegerlandesverbände. So war eine Lösung gefunden, und die Einheit unter dem Dach des Denkmals vollendet worden. Der Kyffhäuserbund übernahm die Kontrolle über das Kriegervereinswesen. Der ehemalige konkurrierende Deutsche Kriegerbund löste sich auf.

Nichts eint eine große Gemeinschaft mehr als ein gemeinsames Ideal. Dieses hatte Geheimrat Westphal den Mitgliedern des Kyffhäuserbundes geliefert. Das nationale Ideal, das sich im Wahlspruch „Für Kaiser und Reich“ auch am Kyffhäuserdenkmal wiederfindet, war sichtbar geworden im Denkmal selbst.



Kaiser Friedrich Barbarossa
von Friedrich Rückert, 1817



Der alte Barbarossa
Der Kaiser Friedrich,
Im unterirdischen Schlosse
Hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben,
Er lebt darin noch jetzt;
Er hat im Schloß verborgen
Zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinab genommen
Des Reiches Herrlichkeit,
Und wird einst wiederkommen,
Mit ihr, zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern,
Darauf der Kaiser sitzt:
Der Tisch ist marmelsteinern,
worauf sein Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse,
Er ist von Feuersglut,
Ist durch den Tisch gewachsen,
Worauf sein Kinn ausruht.

Er nickt als wie im Traume,
Sein Aug‘ halb offen zwingt;
Und je nach langem Raume
Er einen Knaben winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben:
Geh hin vors Schloß, o Zwerg,
Und sieh, ob noch Raben
Herfliegen um den Berg.

Und wann die alten Raben
Noch fliegen immerdar,
So muß ich auch noch schlafen,
Verzaubert hundert Jahr.

Des großen Kaisers Denkmal auf dem Kyffhäuser
Verfasser unbekannt, vermutlich um 1888 entstanden

Auf dem Gebirge stand in alten Zeiten
ein weltbekanntes Deutsches Kaiserschloß;
viel mächtige Fürsten sah man aufwärts reiten,
viel Ritter und der Knappen riesigen Troß.

Die stolzen Zinnen liegen längst da nieder,

vereinsamt steht ein morscher grauer Turm,
durch der Kapelle Bogen heulet wieder,
wie endlos klagend, jetzt der Frühlingssturm.

Und tief im Bergesschoße ruht ein Kaiser,
der, Wilhelm gleich, des Volkes Liebling war,
der, sowie er ein Held war und ein Weiser,
der Kaiser Rothbart schon manch langes Jahr.

Dort muß dem Kaiser Silberbart erstehen
ein Denkmal schön, wie keines noch entstand,
umringt von seinen Helden wird er sehen
im Kaiserschmuck hinaus ins Deutsche Land!


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